Web 2.0: Chancen für kleine und mittelgroße Unternehmen
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Vom Status quo im Bereich Hardware bis hin zu Software eines realen kleinen Unternehmens (Fahrschule) schildert der sich anschließende fiktive Bericht eines Fahrschulleiters verschiedene herausfordernde Bereiche des neuen Internets. Ich versuche darin Lösungen aufzuzeigen, die Chancen darstellen sowohl für ein solches kleines Unternehmen, als auch für Dienstleister, die dieser Art Unternehmen Leistungen anbieten können.
Dezember 2006:
Mein Name ist Wolfgang, ich bin Leiter und einer der Lehrer einer Fahrschule.
Wir haben für unser Unternehmen eine Homepage. Es gibt auch ein Kontaktformular, das wird aber nicht genutzt, so weit ich weiß. Ich habe keine Ahnung von Internet, geschweige denn vom Erstellen von Homepages. Mein Fahrlehrer Kalle ein bisschen mit html aus. Und der macht das dann für uns.
Ich habe gehört, im Internet soll Aufbruchstimmung herrschen. Deshalb werde ich mal versuchen, etwas davon mitzukriegen. Insgesamt muss ich sagen, dass mir das Internet geschäftlich bislang noch nichts gebracht hat.
2. Januar 2007
Neues Jahr 2007, neues Internet (oder wie man auch sagt: Web 2.0)
So, jetzt war ich grad im Internetcafé bei mir um die Ecke und das erste, was ich jetzt brauche, ist: DSL. Hatte ich bislang noch nicht…
Ich hab allein nur meine eigene Homepage mit DSL aufrufen müssen und da dachte ich: hey, so schnell kann das gehen? Bei mir dauert das gefühlte drei Minuten bis sich eine neue Seite aufbaut. Ich geb ja zu, ich bin gar nicht so häufig im Internet, weil ich selbst auch noch Fahrstunden gebe und mich das bisher nicht so interessiert hat.
2. Februar 2007
Gut, also, ich hab mir im Januar einen DSL Anschluss bestellt. Und der ist jetzt schon fix und fertig. Da hab ich schon mal Glück gehabt. Andere warten länger. Und einen vernünftigen neuen Rechner hab ich auch noch gekauft. Das ganze hat mich Summasummarum 700,- EUR gekostet. Jetzt sollte sich das aber auch lohnen.
4. Februar 2007
Als allererstes hab ich mal geguckt, was andere Fahrschulen so machen und da war ich freudig überrascht, denn die meisten haben mindestens so eine (t)olle Homepage wie ich. Die haben wohl auch keine Ahnung. Also das ist auf jeden Fall eine Chance für mich!
7. Februar 2007
Ich hab mir eine Liste gemacht mit Internetwörtern, die ich in der Zeitung aufgeschnappt hab und ich hab natürlich auch meine Fahrschüler gefragt: “Du hast doch bestimmt mehr mit Internet am Hut als ich?”, hab ich gefragt und natürlich hatte ich recht!
So, dass ist meine Liste:
Blog und Links
Podcast und Video, so Youtube und so
Wiki
Bookmarks
Neulich hab ich gelesen, dass man auf der Suche nach Informationen im Internet nicht mehr ganz alleine da steht. Dafür gibt’s jetzt Blogs und sogenannte Social Networks.
Und weil’s am Anfang meiner Liste steht, hab ich als erstes damit angefangen, Blogs von Leuten zu lesen, die mehr wissen als ich. Das ganze Wochenende lang, einen Artikel nach dem anderen.
Die Blogs zu finden war nicht besonders schwer, dafür gibt’s ja Suchmaschinen und ich konnte mit so ziemlich jedem Blogger anfangen. Und dann hab ich mich so peu à peu an die dicken Fische rangelesen. War auch ganz einfach, denn die Blogger verlinken sich untereinander.
Danke an dieser Stelle schon mal an alle, die mir Zeit beim Suchen gespart haben, denn ich muss sagen, auch als ungeübter bin ich ganz schön schnell voran gekommen.
11. Februar 2007
Und denn hab ich noch mal meine Schüler gefragt: Was soll ich denn von dem ganzen Zeug, was ich da jetzt so kennengelernt habe, eigentlich auf meine Homepage drauf haben?
Und das hier haben die geantwortet:
- Also auf jeden Fall Bilder und Videos. Sonst haben die nämlich keine Lust mehr zu lesen.
- Einen Chat-Raum oder sowas ähnliches, falls man bei Theorie-Lernen mal ne kurze Frage hat.
12. Februar 2007
Und dann stand ich mit einer Schülerin auf der Kreuzung und sie hat den Motor abgewürgt. Dann hab ich die Situation ganz normal so ruhig geregelt wie immer und hinterher sagt sie zu mir: “Wenn ich das meinen Freundinnen erzähle, die noch keinen Führerschein haben, dann wollen die alle bei dir Fahrunterricht haben.”
Da hab ich jetzt länger drüber nachgedacht. Ich kann ja wie gesagt gar kein html. Aber bei Weblogs ist das ja wohl nicht so schwer.
Also, ich mich wieder auf meine Surf-Tastatur geschwungen und rein ins Netz. Macht mir jetzt bei der neuen Geschwindigkeit schon auch Spaß.
28. Februar 2007
Wir haben jetzt einen eigenen Blog. Den haben Kalle und ich zusammen installiert.
Damit können sich meine Gäste im Internet einen persönlichen Eindruck von mir und meinem Laden bekommen.
Eine Gewissheit hat das Lesen der ganzen Blogs bei mir gebracht: Ganz wichtig im Internet ist: Vertrauen. Und natürlich auch Spaß und Ehrlichkeit.
Nutzt ja nix, wenn die jungen Leute hinterher bei mir im Auto sitzen und ich bin ganz anders als die dachten. Grade bei den jungen Leuten ist das ganz schnell rum. Die twittern und die chatten und weiß ich, was die noch alles machen - da ist das schnell rum und ich krieg kein Bein mehr an den Grund.
13. März 2007
Also, jetzt hab ich aber was geschafft: 10 Artikel hab ich selber geblogged (oder geblogt?), also geschrieben, also, im Internet veröffentlicht. Ging alles ganz einfach.
Und natürlich hab ich meinen Schülern davon erzählt und die müssen das dann weiter erzählt haben - denn - ich hab heute meinen ersten Kommentar gekriegt von jemandem, den kenne ich gar nicht.
Jörg schreibt mir also folgenden Kommentar zu der Kreuzungsabwürggeschichte: “Hallo Wolfgang, tolle Story! Als ich mal auf der Kreuzung stehen geblieben bin, hat sich die Coolness von meinem Fahrlehrer gleich in Schweiß aufgelöst.”
Da hab ich mich gefreut und hab gleich zurück geschrieben. Jörg wird wohl nicht mehr Kunde bei mir, der hat ja seinen Lappen schon, aber ein Lob und eine Referenz ist auch schon ein Erfolg. Auf alle Fälle ein besseres Ergebnis als meine alte Homepage - macht natürlich auch mehr Arbeit.
6. April 2007
Ich fühle mich jetzt schon sowas von web 2.0. Seit heute können meine Schüler die Videos von Horst Schlämmer auch bei mir im Blog sehen. Schön, dass neue Internet! Wie das mit den Videos geht - so wie jetzt fast alles im Internet - kinderleicht, kann jeder!
18. April 2007
Was ich noch gefunden hab:
Um in meinem Blog noch ein bisschen mehr Content zu bieten habe ich bei slideshare einen Account angelegt mit dem ich meinen Schülern jetzt Power Point Präsentationen des Unterrichtsmaterials zur Verfügung stelle. Die finden das gut und erzählen’s weiter. Und das hat jetzt wirklich schon einen neuen Schüler gebracht. Jetzt lohnt sich mein Internetauftritt auch finanziell schon fast.
19. April 2007
Jetzt ist der erste Podcast raus: Das hab ich mir nicht selber ausgesucht, aber einer meiner Schüler (mal wieder) wollte was ausprobieren: einen Mitschnitt hat er gemacht von meinem Theorieunterricht und dann hat der das geschnitten und ich bin begeistert - nicht nur von der Qualität, sondern auch von der Response: gleich drei Kommentare noch am gleichen Tag,
22. April 2007
Nachdem ich mich Samstag richtig schlau habe machen lassen - ich habe mir den ersten und zweiten Businessblogkarneval durchgelesen, habe ich gemerkt, dass wenn ich alles zusammenfassen will, was für mich der Hauptnutzen am neuen Internet ist, würde ich sagen: Freies Wissen, vernetzte Kommunikation, Auffindbarkeit und Spaß. Und Spaß ist, was jeder selbst draus macht.
So weit der Bericht vom Fahrschulleiter Wolfgang.
Und recht hat er:
Hier noch einen abschließenden Hinweis für Wolfgang und alle, die ihm den Einstieg ins neue Internet nachtun wollen:
Wolfgang hat ja sein Wissen hauptsächlich aus Blogs gezogen. Allen Web 2.0 Novizen sei hiermit geraten: Besorgen Sie sich einen feed reader und abonnieren und besuchen Sie z.B. erst einmal alle Blogs, die an diesem Karneval teilnehmen.
Wie man an so einen feed reader rankommt? Suchen Sie bei Wikipedia - das ist neben den Blogs auch immer ein vernünftiger Auftakt zur Suche nach neuen Inhalten.
Viel Spaß beim Karneval von Neukunden-Magnet!
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